Gersprenz Gewäsch - Folge 46

Shownotes

Die neue Podcast-Folge mit Militärpfarrer Markus Konrad verbindet humorvoll und gleichzeitig tiefgreifend die Themen Glaube, Vaterland und Bundeswehr-Alltag.

Im Gespräch mit dem Seelsorger quatschen wir über skurrile Anekdoten und tiefgründige Einblicke zwischen Weihwasser und Tarnnetz.

Wir wollten wissen, was einen Mann Gottes dazu bringt, die gemütliche Kanzel gegen einen Fallschirm und ein Feldbett einzutauschen, ob das eine innere Berufung war oder einfach eine verdammt gute Idee?

Als wäre so ein Fallschirmsprung nicht schon genug Nervenkitzel sprechen wir auch über die prägende Zeit seines Auslandseinsatzes im Libanon.

Markus gibt uns einen sehr persönlichen Einblick in die Herausforderungen der Seelsorge unter Extrembedingungen, den Alltag im Krisengebiet und zeigt, wie wichtig Beistand und ein offenes Ohr dort sind, wo der Dienst fürs Vaterland am härtesten ist.

Freut euch auf eine Episode voller Gottvertrauen, Nächstenliebe und Nervenkitzel.

Folgt gerne Markus auf Instagram - es lohnt sich ganz sicher. Ehrenwort. Markus Konrad (@pfr.marko

Gude

Transkript anzeigen

00:00:05: Der Podcast

00:00:09: mit

00:00:09: Alex und Annette.

00:00:13: Gute, herzlich willkommen zu unserem Podcast!

00:00:18: Ich bin ganz aufgeregt und freue mich sehr über alle die Zuhören natürlich, die mit uns hier sozusagen am Küchentisch sitzen.

00:00:29: tollen wunderbaren einzigartigen Gast, der schon lange auf eurer Wunschliste steht.

00:00:35: und ja er ist ein ganz besonderer Mensch aber vor allem auch einen ganz besonderen Beruf hat.

00:00:40: Er ist nämlich Militärpfarrer!

00:00:42: Wie schön dass du da bist!

00:00:44: Gute Makus!

00:00:45: Einen guten?

00:00:47: Das freu mich ab.

00:00:48: Ja, ich freu mich auch sehr.

00:00:49: Wie gesagt, die Annette hat es ja schon angedeutet du stehst schon sehr lange auf der Wunschliste also nicht nur auf unserer sondern auch auf der unserer Hörer.

00:00:56: und jetzt hat das wirklich mal geklappt!

00:00:58: Du sitzt hier am Tisch und dann stelle ich dir mal die erste Frage wie war denn eigentlich dein Weg zu Gott?

00:01:05: Weißt du das noch?

00:01:06: Das tatsächlich irgendwie glaube ich eher so eine Grundbefindlichkeit würde ich sagen.

00:01:10: Also ich kann leider nicht euch jetzt anbieten ein großes Erweckungs-Erlebnis dass ich irgendwann einmal den Eindruck hatte jetzt plopp ploppt irgendwas auf.

00:01:18: Ich glaube, ich bin der Auffassung.

00:01:20: Ich komme aus einer Grundgeborgenheit-Familie hier aus Großzimmern.

00:01:24: Da bin ich groß geworden und mein Vater ist sehr früh gestorben.

00:01:28: Das war tatsächlich auch so ein Knackpunkt.

00:01:31: Da war ich vierzehn gewesen, habe zwei größere, deutlich ältere Brüder und war da immer bei meiner Familie, meine Mama und meinen Brüdern sehr geborgen.

00:01:43: beste Weg zu Gott.

00:01:44: Und dann konnte ich das vielleicht auch so ganz gut übertragen, dass dieser Gott irgendwie für mich da ist und dass sich da mich geborgen und aufgehoben fühlen darf.

00:01:52: Und es hat sich natürlich irgendwie auch in der Pfarrei... Da war ich ja sehr aktiv mit Messdienern, KJG, Zettelager und so Sachen.

00:01:59: Das spürste auch was von der Gemeinschaft.

00:02:01: tatsächlich habe ich noch ein Bild als die Beisetzung meines Vaters war und er waren am Abend im Gottesdienst alle Messdiner.

00:02:09: Und das hat mich natürlich irgendwie angerührt dass da alle so Gleichaltige da irgendwie Anteil leben.

00:02:15: Das konnte ich nicht in Worte fassen, das war viel zu emotional.

00:02:18: aber ich weiß irgendwie, dass es wie so ein Rückenwind, den du bekommst oder so einen Rückhalt sagen wir

00:02:22: mal.

00:02:24: Ja klingt gut

00:02:25: und habt ihr auch in der Familie gebetet?

00:02:28: Hattet ihr dann Ritual schon als Kind?

00:02:32: Erinnerst du

00:02:33: dich?

00:02:33: Also tatsächlich hat irgendwie das Abendgebet irgendwie dazugehört und ich weiß noch als kleines Kind bin ich oft zu meinen Eltern irgendwie sonntags dazu gekochen, machen wahrscheinlich auch heute kleine Kinder.

00:02:45: Und da war eigentlich der Betende, war mein Vater gewesen.

00:02:49: Und manche habe ich gesagt oh, er hat ja ganz angedacht und ganz viele halt der Gebete die mir heute natürlich auch vertraut sind.

00:02:54: aber als Kind hab ich dann immer zugehört und hab dann quasi mit gebetet oder einfach nur gehorcht.

00:02:59: Und es war auch ein Ritual.

00:03:01: wenn ich irgendwie raus gegangen bin Dann hat immer meine Mutter gesagt, der gute Gott öde und segne dich.

00:03:07: Und ich hatte eine Tante, die hat mir noch ein Kreuz auf die Stirn gezeichnet, wenn ich ein Dippasch war, war ich ab und zu mal, habe ich Verwandtschaft ja?

00:03:14: Die hatten wir in Gottes Namen und dann hab' ich ihm gesagt, Amen!

00:03:19: Auch ein schönes Ritual, sehr schön.

00:03:22: Ich kenne es auch aus meiner Kindheit und das ist mir jetzt so eingefallen weil du so viel von Geborgenheit gesprochen hast und das durfte ich auch erleben.

00:03:29: aber... Irgendwann, du hast gesagt es war sehr aktiv, KJG-Zeltlager

00:03:35: usw.,

00:03:36: irgendwann kam für dich dann die Entscheidung auch katholischer Fahrer zu werden.

00:03:43: Erinnerst du dich an diesen Moment oder hat sich das entwickelt?

00:03:49: Es war tatsächlich eher ein Prozess... Ich war gerne im Gottesdienst.

00:03:53: Das war gut, als Messinast auch immer was zu machen.

00:03:55: da ist natürlich auch noch mal so ein Subtitel da immer läuft und kann sich auch irgendwie so bisschen amüsieren über die größeren oder kleinen Dinge, die dann gläubiger auf tun oder auch lassen.

00:04:05: Und der Pfarrer das fand ich immer alles total spannend und eigentlich war es tatsächlich eher so ein Weg würde ich sagen.

00:04:12: Ich habe auch ganz lange selbst als ich Theologie studiert hab meiner Mom gesagt hier das erzählst du nicht also nicht sagen er wird Pfarrern Das muss man ja erst mal wissen, wie sich das anfühlt oder vielmehr.

00:04:24: Mit diesem Gedanken zunehmend musste ich vertrauter werden und zwar glaube ich für mich ein ganz wichtiger Impuls, dass nach dem ersten Schrecken das Felix sagt zuerst du bist wahr?

00:04:32: Du bist total die Kirche um alles ganz schwierig!

00:04:35: Und bei der Bundeswehr als ich das so im Blick hatte... Ich habe selbst mal einen Wedens gemacht, hab ich auch so bisschen geschehen dafür zu sagen.

00:04:42: Das habe ich auch nicht jedem gesagt.

00:04:43: Viele haben dann gesagt was wirklich gibt es denn bei dir?

00:04:45: Du hast so Abi jetzt musst du doch mal etwas machen.

00:04:47: Und da habe ich immer gesagt, ja, ja.

00:04:48: Ich überleg noch und der Knackpunkt war eigentlich als andere mir auch die Rückmeldung gegeben haben Wenn du das werden würdest wir es eigentlich schön also nach dem ersten Schocken und Irritation und irgendwann dann sagen Das könnte doch passen Ja und ich glaube es würden uns vielleicht gut tun wenn du das gerade machen würdest.

00:05:04: und das glaube ich war auch ein Teil der wichtigen Rückmeltungen.

00:05:09: Aber als junger Mensch hab ich auch Tanzkurs gemacht und sonst war's mit deinem Leben jetzt nicht glaube ich abgeneugt in vielen Facetten.

00:05:15: Für mich war da so ein Weg der Reifung und das Vertrautwerden ist mit dem Gedeichen ganz wichtig.

00:05:21: Und kurz vor meiner Diakon bei, also jetzt wird es ja schon richtig ernst auch mit Versprechungen zu Elibat

00:05:26: usw.,

00:05:27: und dann hat man im Glück gesagt, ich dachte immer, der Liesel röhre ich, die ist ja manches Zimmer vielleicht auch noch bekannt, habe ich gesagt, ah ja er überlegt noch?

00:05:33: Jetzt kannst du schon sagen dass sie jetzt kurz vorm Durchbruch ist.

00:05:36: Das kann man glaube nicht mehr.

00:05:37: wenige Wochen vorher, kann man nicht mehr sagen, er überliegt

00:05:39: noch.

00:05:43: Ja, der hat morgen Weihabeil überlegt noch.

00:05:47: Und wie kam das dann?

00:05:48: Dass du überlegst hast okay ich mache Militärfahrer.

00:05:52: also Wie bist du zu dieser Laufbahn gekommen?

00:05:54: genau kam das gleich danach?

00:05:56: oder

00:05:56: ja und er hat es auch gedauert ein paar Jahre Oder wie war das also?

00:06:00: tatsächlich

00:06:01: habe Ich meine Diplomarbeit über die militärsehnsage in fünf neuen Bundesländern geschrieben und weiham was hatte ich gerade schon kurz gesagt war selbst Soldat gewesen.

00:06:10: Ich habe mich in der Zeit für die Bundeswehr entschieden, als viele meiner Alterskollegen gesagt haben wir verweigern und für mich war natürlich, ich hab erzählt viel Geborgenheit, die Bundeswehre für mich eine ganz legitime Möglichkeit mal zu Hause rauszukommen.

00:06:26: wenn ich wahrscheinlich Zivilinz gemacht hätte also mein Bruder sind die mir das hohe Lied auf das St.

00:06:31: Rauches Krankenhaus in Dieburg, die hatten auch einen zivilinzt leistenden.

00:06:35: Und dann habe ich immer gesagt, das will ich nicht machen.

00:06:36: Ich bin nicht im Krankenhaus.

00:06:38: und dann hab' ich halt dann gesagt, ich gehe zur Bundeswehr.

00:06:40: Meine Mom, die erste Kriegsgeneration noch, die hat damals sein Kind in der Uniform, will ich ja nicht sehen.

00:06:46: aber es war eher glaube ich diese Sorge und die Angst quasi der mütterlichen Sorge jetzt zu entfleuchen.

00:06:52: also für mich war das wirklich der Gedanke auf eigenen Füßen zu stehen diesem Wunsch auch der sich in mir da angebahnt hat Priester zu werden nochmal vielleicht auch eine Wendung zu geben, da irgendwie rauszukommen aus dieser Sache.

00:07:06: Also insofern habe ich dann eine Biografie vorher gehabt die da durchaus offen war und der Kardinal Lehmann hat immer gesagt ne ne Markus Connor wir brauchen dir hier ein Bistum Sie werden es nicht.

00:07:18: Und jetzt hab' ich so ein paar Projekte auch für Jugendliche Erwachsene gestemmt weil an Jugendseelsorger.

00:07:23: und dann hat er Neuebischof Peter gesagt ja was würden sie denn kann man machen?

00:07:27: Wer es an der Zeit Militärfach ist, ich hätte da richtig Lust drauf.

00:07:31: Und so kann das.

00:07:32: Ja also Midlife Crisis überlegst du auch was?

00:07:34: Könnt's jetzt noch mal sein und da war das schon ein großer Wunsch.

00:07:38: Du bist ja bei der Fallschirmjägereinheit ne?

00:07:40: Ja tatsächlich gab zwei Möglichkeiten einen zwei dann eher so in Stadt Allendorf dass dann eher sagen wir im Overhead Stab und es gab die Kampftruppe in zwei Brücken und das fand er schon mega spannend.

00:07:51: Ja klingt auch spannend!

00:07:54: Das klingt als wären die halt richtig... Dabei, vor Ort in der Welt.

00:08:00: Und ja so ... Stab hört sich an das jetzt mal im Büro!

00:08:03: Genau

00:08:04: da ist man halt eher in der Planung und Organisation sage ich jetzt mal.

00:08:08: Die anderen Jungs sind wirklich also in dem Fall wenige Frauen muss man auch sagen die sind wirklich auch eben der Schlammzone.

00:08:16: Ich glaube falsche Miege-Einheiten waren ja auch immer hinter der Linie abgesetzt.

00:08:20: Also es ist die klassische Verwendung.

00:08:21: Ah okay sehr gefährlich auch.

00:08:23: Sehr gefährlich

00:08:25: Genau, also dann hast du dich für zwei Brücken entschieden.

00:08:28: oder gab es da noch einen Zwischenschritt?

00:08:30: Ne.

00:08:30: Dann gab's zwei Brücke!

00:08:31: Erster April, zwanzig, dreinzwanzig... bin ich da in zwei Brücken, also aufgeschlagen bin ich dann nicht.

00:08:36: Ich bin angekommen.

00:08:38: Aufschlagen wieder später und der Biografie mal mit falschieren werden.

00:08:42: Ja wie muss man sich das vorstellen?

00:08:44: Das heißt du... Also es hört sich so an auch was man über dich liest und was man auch schon hören konnte weil Du warst ja nun in einigen Podcasts und Interviews zu hören.

00:08:53: Du hast dann auch eine Ausbildung da nochmal gekriegt.

00:08:56: oder wie war das?

00:08:57: Eine Ausbildung ist es ja nicht so direkt!

00:08:59: Natürlich ist der Fahrer kein Waffenträger und da leg' ich auch wehr drauf.

00:09:03: Ich bin froh, wenn Soldaten immer sagen wollen sie auch mal schießen.

00:09:07: Wenn ich schießen müsste, da wäre schon alles rum.

00:09:09: Sind Sie froh?

00:09:09: Wenn ich nicht schieße?

00:09:11: und ist auch so.

00:09:12: Sondern ich habe versucht mit Soldatengewisse Erlebnisse zu teilen.

00:09:19: Da hab' ich halt überlegt was könnte sein.

00:09:22: Das war wirklich ein Höhepunkt der erste Sprung.

00:09:24: Also Tandem sprungen natürlich dann mit einem Kameraden.

00:09:27: Der Fahrer redet ja oft von Vertrauen.

00:09:29: Und da musst du dich plötzlich jemand anvertrauen!

00:09:33: Das fand ich krass.

00:09:34: Ich hab viel reflektiert darüber, du musst dem seiner Stimme, dem wir das erklärt und da habe ich auch viel Raum gegeben und dann denken okay, das packen wir auch!

00:09:42: Das war das eine und das andere, das fand ich eigentlich viel herausfordernder war.

00:09:46: Ich habe mit den Soldaten eine sogenannte Siri-Bravo Ausbildung gemacht.

00:09:51: Wenn ich so Salopp formulieren würde ist es überleben im Feld.

00:09:55: also man wird quasi der Gedanke wahr Du wirst irgendwie bist unterwegs, du wirst von deiner Truppe getrennt Findest dich ganz allein irgendwie vor, dann werden so Szenarien aufgetüftelt.

00:10:06: Ja was weiß ich von Hunden gehetzt und sonst war es feinliche Truppen irgendwie.

00:10:09: Und du sollst sich dann so durchschlagen und verschiedene Methoden erlernen wie du quasi dann wieder Kontakt zur eigene Truppe quasi aufnimmst und wie Du Dann Ich sage jetzt mal da überlebst.

00:10:21: das war krass.

00:10:22: Das fand ich echt krass.

00:10:23: Da habe ich auch gedacht Alter Ich glaube, ich würde es nicht mehr erwarten.

00:10:27: Mir geht da immer ein bisschen blau-äugig dran und dann habe ich gesagt okay alles klar!

00:10:30: Und da wurde mir ein Soldat beigestellt und mit dem habe ich da wirklich dann auch zwei in sieb Stunden im Feld ohne Verpflegung oder Nahrung, ohne Schlafsack und das war Ende Oktober jetzt gerade die letzte Oktoberwoche.

00:10:42: Das war richtig frisch.

00:10:44: Was habt ihr da gegessen?

00:10:45: Nichts

00:10:46: zwanzig Sekunden.

00:10:46: Dann kriegst du so eine Notration, das ist so ne Art ... Das sieht aus wie ein großer Zuckerwürfel.

00:10:53: Wenn du das in meinem Alter bist, kriegste immer gleich Sonnenbrenner.

00:10:56: Hab ich wirklich nix gegessen?

00:10:57: Ich hab gesagt besser!

00:10:59: Aber der kam dann irgendwann mal AT-Pulver irgendwie gehabt.

00:11:02: Das war irgendwie ganz schön.

00:11:03: und plötzlich mitten in der Nacht, das war auch krass, da sagt er hier, Färber, hast du gehört?

00:11:11: Und ich so ja, ich glaub, das sind Wildschweine.

00:11:14: Haben sie einen Kampfmesser?

00:11:16: Ich habe ein Messer eingesteckt, da habe ich dabei.

00:11:19: Im Bedarfsfall bei Herzzustellen.

00:11:22: Das war jetzt wirklich

00:11:24: ...

00:11:24: Dann hab ich dann erklärt, ja, in Oktober haben die keine Frischlinge mehr.

00:11:27: Wir haben uns nicht dazwischen geschoben in so eine Situation.

00:11:30: Aber im ersten Moment hab ich gesagt, boh!

00:11:32: Da lag man dann im Schlaf-Sack?

00:11:34: Ohne schlafen.

00:11:35: Ich fragst dir einen Klamottenbando.

00:11:38: Auf den Waldbauen hat er sich ein Dornen gestrüppt.

00:11:41: Weil das musste ganz sicher sein, dass wir nicht aufgeklärt werden.

00:11:44: Ja, da gab's halt welche, die geguckt haben, ob man uns sieht mit Feuer oder sonst was.

00:11:50: Das war... Genau, da kannst du ja nicht mal aufstehen.

00:11:52: Oh

00:11:55: je, wenn ich mir vorstelle bei mir hinter dem Haus die Brombeer-Hacken, ich müsste mich da irgendwie drin verkriechen... Da wird es mir

00:12:02: ganz anders.

00:12:02: Also nicht ratsam auch nicht nachmachen liebe Hörinitöre?

00:12:06: Nicht nachmachen!

00:12:06: Ja

00:12:08: oh

00:12:09: mein Sch.. Und wirst Du da eigentlich gut aufgenommen bei den anderen Soldaten und Soldatinnen?

00:12:14: wie ist das da so?

00:12:15: Also fühlst Du Dich da auch aufgehoben oder beäugen die das manchmal ein bisschen skeptisch, dass da jetzt ein Fahrer dabei ist.

00:12:23: Natürlich gibt es nicht mehr so eine Grundbefindlichkeit das der Fahrer immer gleich dazugehört.

00:12:27: aber durch solche vertrauensbildenden Maßnahmen zähle ich jetzt mal die dich ja auch selbst also mich was gekostet haben.

00:12:35: da gibt's schon viele jetzt so.

00:12:37: die Rückmeldung war dann aber fahrerkrass.

00:12:39: er war damit uns das waren ja laut der zwanzig-fünfzwanzige Jahr georientierungsmarsch und sonst war es so einen leistungsmarschmal mitgemacht.

00:12:49: Aber dass sie dabei waren, das war cool.

00:12:52: Und dann merkt man ... Man hat noch eine Gesprächs-Edene und muss immer die Frage stellen über was redet man?

00:12:56: Jetzt gehst du zu einem Bildfremd und wenn du keinen Bezug mehr zur Kirche hast oder zu Fachern, mach's nicht deinen Herz auf und sagst, das beschäftigt mich!

00:13:03: Sondern eigentlich kommt man ja über Alltagserlebnisse, die wir dann teilt an, aber wie haben Sie es

00:13:08: empfunden?!

00:13:08: Wie haben Sie sich empfundet?

00:13:09: und dann redet mir plötzlich... Das wird natürlich, ich hab so ne qualifizierte erste Hilfausbildung gemacht also wo man auch Zugänge legt Luftröhrenschnitt habe ich geübt, Artig.

00:13:20: Ja und wir fassen dabei umgekippt weil das war schon irgendwie nichts was ich halt gewohnt bin.

00:13:26: Und dann am Ende kommen soll daran sein Herr Faras Mani eigentlich wenn wir nicht genügend Verbandsmaterial haben und da bist du als Theologe durchaus gefragt Was passiert eigentlich, wenn ich nicht mehr helfen kann?

00:13:36: Wo sind die Grenzen.

00:13:38: Wie kann ich auswählen, wem ich helfe oder nicht helfen und was geht damit mir nach?

00:13:43: Ich glaube in so einer Stresssituation wird es noch weggesteckt aber das ploppt dann auf!

00:13:47: Und dann halt mal mit den jungen Leuten da mal einen Felder aufzumachen und so...was macht das eigentlich mit uns, was wir erfahren?

00:13:54: Und was sind vielleicht auch Dinge, die uns helfen können, auch das wieder gut wegzustecken?

00:13:59: Da sehe ich meine Rolle

00:14:00: drin.

00:14:01: Ja, das finde ich faszinierend und ich glaube auch dass das ein super Plus ist.

00:14:06: Dass du dich darauf eingelassen hast also da kannst du ja nur authentisch auf die wirken und wie gesagt zeigt eine Offenheit von deiner Seite in die man dann auch in die Presse springen kann als Mensch der vielleicht nichts mehr mit Kirche und Gott am Hut hat.

00:14:25: warum auch immer gibt ja oft Gründe dafür.

00:14:29: Und ja, wie ist das?

00:14:31: Gibt es da Menschen die dich dann mit der Kirche nur verbinden oder bist du ... Ich hab jetzt gehört.

00:14:40: Die sagen hier Pfarrer zu dir!

00:14:43: Wie gehen sie auf dich zu?

00:14:45: Fällt es denen leicht auch wenn Sie nicht mehr in der Kirchen vielleicht sind?

00:14:51: Ich glaube was ich echt total spannend finde dass du in dieser Rolle als Militärpfarrer Immer noch die Zuschreibung heißt, der ist total diskret.

00:14:59: Das ist ein Safe Space wie man heute sagt.

00:15:02: Wenn ich zum Fahrer gehe dann weiß der Soldat, die Soldatin ... Der erzählt es nicht weiter und das ist auch anerkannt!

00:15:09: Das sind in der Truppe auch anerkannt.

00:15:10: also es weiß jeder von den Vorgesetzten bis eben zur Mannschaftsdienstgrad dass es anerkannt wenn ich zum Pfarrer geht darf ich mich öffnen Und wenn dann halt so Brücken gebaut werden um gemeinschaftliche Erlebnisse zu teilen und so weiter glaube ich ist das wirklich eine gute Voraussetzung, dass sich der Soldat, die Soldatin auch gut öffnen kann.

00:15:29: Und da kommen halt alle Themen.

00:15:31: Manchmal komme ich mir vor wie der Talismann.

00:15:34: Du sitzt irgendwie in der A-Fürnheit M und sagt, aber der Fahrradstarter passiert uns nix?

00:15:38: Ja so ein bisschen in der Art!

00:15:40: Und für andere bist du der Klassische... Ich sage jetzt mal bisschen weltlich den Religionsanbieter.

00:15:45: Die wollen im Schallraten, die wollen Kinder getauft haben.

00:15:48: In dieser Spannbreite muss man sich bewegen von getauft gefirmt bis hin eigentlich noch nie was davon gehört.

00:15:56: Muslime

00:15:57: mich natürlich auch, jüdische Glaubens.

00:15:59: und da irgendwie also so ist auch mein Anspruch für alle einmal ein Wort zu haben.

00:16:05: wenn sie kommt mache ich zumindest den Versuch gut zuzuhören dass ich für allen Wort habe was ihnen gut tut was ihr aufrichtet was ihnen vielleicht weiter hilft und macht es nicht an der religiösen Skala irgendwie fest du bist hier superfrohmen und dir gebe ich das und dem anderen eben nix sondern da versuche ich es sehr ausgewogen und sehr gut zuzuhören, was das Bedürfnis ist.

00:16:26: Und wenn die Soldatinnen und Soldaten so auf dich zukommen mit ihren Sorgen und Nöten.

00:16:31: hat das auch dich verändert?

00:16:34: Hat das etwas an deinem Glauben verändert?

00:16:37: Hatt sich da was entwickelt?

00:16:38: Na ja, ich glaube natürlich bin ich einmal bei falschen Regeln sehr stark, sehr auch mit der Endlichkeit des Lebens beschäftigt.

00:16:45: Es drückt man ja immer weg aber das finde ich immer ganz krass.

00:16:49: einen sogenannten lebenskundlichen Unterricht, das gibt der Pfarrer als Bundesbeamter und das heißt quasi Lebenskunde.

00:16:55: Also irgendein Thema... Und wenn man dann so falsche Umliege fragt was braucht ihr für ein Unterricht?

00:17:00: Tod in Verbindung.

00:17:01: Kommen wir immer total martialisch!

00:17:03: Manchmal sage ich hey das aber nicht so ein martialisches Bild.

00:17:05: Der Sterben des Soldaten ist fürchtig, nicht schön.

00:17:09: Und da hast du halt eine Ebene auch Nachdenklichkeit anzuregen, über Dinge noch mal zu sprechen.

00:17:16: Und wenn die Spürende hat da selbst auch ein Resonanzfläche, der hat da Dinge schon erlebt.

00:17:21: und als Fahrer bist du ja in solchen Bereichen ganz viel unterwegs.

00:17:24: mit dem kann ich reden über die Sorgen.

00:17:27: was habe ich zum Beispiel Zuhause hinterlassen?

00:17:29: Wenn mir etwas zustoßen würde Was gebe ich meiner Partnerin mit meinem Partner mit?

00:17:34: wie sieht es?

00:17:35: Soldaten haben viele Kinder das finde ich man total spannend.

00:17:38: Ja genau, aber denkt ihr eigentlich irgendwie so?

00:17:40: Familienfeindlicher Beruf, also aufgrund der Einsätze und so weiter.

00:17:43: Aber ich habe viele Soldaten erlebt die haben zwei drei vier Kinder und da finde ich das immer sehr berührend.

00:17:49: Vater sein in der Entfernung Und all diese Themen die man dann aufgreift und mit denen mir dann ins Gespräch

00:17:56: kommt.

00:17:58: Und erlebst du auch manchmal dass sich vielleicht die Soldatinnen und Soldaten dann auch mal hinterfragen warum sie ausgerechnet diesen Beruf gewählt haben, warum sie erleben auf dieses Spiel setzen.

00:18:10: Warum natürlich in einem Kriegs- oder speziellen Einsatzfall sie auch eventuell anderen Menschen die auch Väter und Mütter sind das Leben nehmen?

00:18:21: Tatsächlich erlebe ich einmal dass es ganz spannend eine sehr hohe Berufszufriedenheit.

00:18:26: also es gibt wenige Menschen die ich so erlebe egal ob bei der Marine oder beim Heer die sagen Ich habe diesen Beruf bewusst gewählt Mit aller Berutsamkeit, mit Berufung.

00:18:37: Das hat schon was damit zu tun, dass sie natürlich dann ethische Maßstäbe brauchen und da auch eine Unterstützung brauchen.

00:18:43: Man darf überhaupt töten?

00:18:45: Wie ist das überhaupt?

00:18:45: Was macht es auch mit

00:18:46: mir?".

00:18:47: Und die hat gefragt wie mich das verändert hat... Dann merkt man, dass es macht ja auch etwas mit mir, mit Menschen Wege zu gehen, die unter Umständen auch töten müssen!

00:19:00: Und dann natürlich war wann ist das gerechtfertigt Und wann eben, in der Umstände nicht?

00:19:05: Das sind ja dann auch Fragen die berühren an wirklichen Grenzen.

00:19:09: Ja das glaube ich also schon.

00:19:11: allein wenn man an das Gebot denkt,

00:19:13: du sollst nicht töten

00:19:15: Dann kann ich mir schon vorstellen dass es auch für dich sehr schwierig ist Dass es eine Gratwanderung ist und dass es wahrscheinlich auch nicht pauschal zu beantworten ist.

00:19:26: Ja soll Daden sagen oft Herr Facher warum sehen sie denn hier wir sollen noch töten?

00:19:31: Und dann sage ich, das bleibt tatsächlich der Letzten ein Dilemma.

00:19:35: Also bleibt immer in Dilemme... Ich kann es auch nicht auflösen!

00:19:37: Ich kann nur sagen wenn ich in so Bildern denke, wenn jemand quasi einfach beträngt wird Wenn jemand bedroht wird und ich würde nicht dazwischen gehen Dann würde ich mich unter Umständen aus meiner Perspektive auch schuldig

00:19:54: machen.

00:19:56: Wenn ich den Schwachen nicht schütze in vielen Facetten Und das beginnt ja auch schon bei Zivilcourage.

00:20:02: Da geht es in den Zimmern vielleicht unter Umständen schon los, schreit ich dann ein und äußere ich mich sage was?

00:20:07: Und da ist natürlich noch mal auf einem größeren oder normal schwierigen Bereich.

00:20:13: aber ich glaube dass Menschen auch andere schützen müssen und manchmal auch mit der Möglichkeit der Gewalt.

00:20:20: Das immer die letzte Möglichkeit ist auch klar.

00:20:24: Aber dass diese Möglichkeit durchaus auch einkalkuliert werden muss

00:20:28: Ja, verstehe ich.

00:20:29: Aber ich verstehe auch, dass das ein Dilemma bleibt.

00:20:33: Dass man nicht lösen kann?

00:20:35: Jetzt warst du ja schon mal im Auslandseinsatz in Libanon.

00:20:37: Das

00:20:38: war richtig krass.

00:20:39: Wahnsinn!

00:20:40: Wie hat dich die Zeit verändert?

00:20:42: Wie hatte sich das geprägt?

00:20:44: Also jetzt muss ich ein bisschen achten, damit es nicht emotional wird.

00:20:47: Weil da ist wirklich eine ... Wir

00:20:50: weinen mit.

00:20:51: Es war schon eine sehr bedeutende Zeit in meinem Leben, weil's vielleicht die härteste Zeit war Und dann natürlich auch als Fahrer in der Rolle, die erfüllt ist zur Zeit.

00:21:01: Du bist mit Soldaten im Süden des Libanon also wirklich in dieser Pufferzone zwischen Israel und dem Libanonn dort wo eigentlich Tag für Tag auch sogenannte Target-Operationen durchgeführt werden, wo die Spolar wieder antwortet auf Aktionen auch der israelischen Armee also wirklich so richtig und man ist eigentlich manchmal habe ich gedacht aber Kollateralschaden möchte ich auch nicht werden.

00:21:28: Also dann war in der Zeit, als ich dort war letztes Jahr auch der erste Krieg zwischen Israel und Iran.

00:21:35: Und dann sitzt du so das super schönes Land kann sich keiner vorstellen was es für tolles land ist mit der Vegetation.

00:21:42: und du sitzt dann so am Meer In deinem Lager Deiner Kura so heißt es dort und du guckst da links Und denkst, ah, ist scheiße.

00:21:50: Es wird mir uns in den Uhr nicht dunkel werden und manchmal aber weil du hast dann immer gesehen wie ein Heifahrer der Eirendom aktiviert ist.

00:21:56: Was ihr aus den Nachrichten kennt, siehst du dort wieder an die Leuchtspur-Dings?

00:22:00: Du denkst immer, hoffe ich hat sich im Iran noch keiner verrechnet mit den Raketen dass sie hier runter kommen.

00:22:06: und das war schon eine sehr herausfordernde Zeit.

00:22:10: und gleichzeitig glaube ich habe dem Dienst auch viel Sinn beigemessen.

00:22:15: Ich habe vorhin gefragt, wie ist es mit dem Einsatz von Soldaten?

00:22:20: Dort hat die UN den Auftrag quasi diese Pufferzone auszufüllen.

00:22:24: Und ich glaube dort wird noch viel mehr Unrecht geschehen wenn da nicht diese Zehntausend UN-Soldaten dabei wären.

00:22:30: und ich weiß auch dass deutsche Soldaten viele Fähigkeiten haben so nennt man das halt die Militär, viele Möglichkeiten Dinge zu erkennen, zu dokumentieren und Unrecht auch zu dokumentiert und auch zu benennen was andere nicht so einfach haben.

00:22:43: und ich halte es für wichtig So krass wie das ist, ich halte es für mich.

00:22:46: Man würde sagen, nee, geht da nicht hin?

00:22:48: Ich soll doch selbst ihren Kram machen!

00:22:50: Ich glaube man kann nicht immer weggucken.

00:22:52: Also ist meine Dings ja und kann nicht mehr wegkommen.

00:22:56: Ja wir haben uns ja eigentlich für eine globale Welt entschieden...

00:22:59: Und man kann sich nur die Vorteile annehmen und den anderen irgendwie dann im Brexit.

00:23:03: also sag' ich mal sehr salat.

00:23:04: Wie

00:23:04: lange warst du da?

00:23:05: Vier Monate.

00:23:06: Vier

00:23:06: Monate.

00:23:07: Auch eine sehr lange Zeit.

00:23:09: Als Fahrer bist Du dann halt auch immer so bisschen Kulturmitler.

00:23:12: Das fand ich total, das ist echt schön.

00:23:14: Also ich dürfte immer mit einem kleinen Kondigen mit so zehn Soldaten immer so Kulturtouren machen damit die auch mal aus dem Lager rauskommen.

00:23:22: wenn du nur von Stacheldraht zu Stacheledraht denkst das ist ja auch schon beklemmend und du hörst wirklich manchmal wachste aufmorgend denkst oh jetzt bist wieder eine halbe Meter in die Luft geflogen.

00:23:30: was war da jetzt?

00:23:31: Ja manche habe ich gedacht oh Gott hoffe ich verpenne ich nicht wenn da wirklich Alarm ist.

00:23:35: das war alles schon sehr komplex Und ich dürfte mit den Soldaten raus.

00:23:38: Das haben die auch sehr gern gemacht, dann waren wir in Beirut.

00:23:42: Super schöne Stadt!

00:23:43: Also Menschenlehrhalt aufgrund der Situation, das hießt auch die Nachwirkung dieses großen Plas vor fünf Jahren also dieser Explosion da noch mal... Aber das ist faszinierend.

00:23:53: ja was dafür eine Kultur finde ich?

00:23:55: Ich bin halt so ein römische Kultur alle Völker dieser Welt aber immer auch konfliktreich.

00:24:00: man muss dazu sagen habe ich mir gesagt guckt ihr seid hier auch in einer Situation.

00:24:04: hier gab es immer Zoff Um Handelswege, um Verteile die man hatte und so weiter.

00:24:11: Und jetzt sitzen wir halt hier auch so ein Stück.

00:24:13: da gibt es dann einen sehr schönen Wallfahrtsort der heißt Harissa.

00:24:17: Da bin ich auch mit allen Soldaten hingegangen aus meinem Kontingent und da gibt's eine Marienfigur.

00:24:22: die ist ganz hoch auf den Bergen so blau Und ihr habt so ein bisschen die Hände so breit ausgestreckt.

00:24:29: Wie eine Mama habe ich mir immer vorgestellt oder ein Papa, also bei mir war es halt auf die Mama, die dann gesagt guckt dir den Schlamm-Massel hier an.

00:24:36: Ja genau so!

00:24:38: Was

00:24:38: haben wir jetzt wieder gemacht?

00:24:40: Jetzt haben wir Menschen so viele Begabungen und trotzdem glaube ich denke Gott manchmal vielleicht auch dadurch was macht ihr nur für einen Schlammassel mit so einer schönen faszinierenden Welt?

00:24:50: und da haben sich viele Soldaten auch anspringen... Auch das ist ja auch immer spannend Unabhängig einer religiösen Zugehörigkeit.

00:24:56: Der war ein Muslim, der war der Atio vom Admiral also auch schon ne?

00:25:00: Aber klar Soldier!

00:25:02: Der hat dann irgendwann gesagt, Sammar Markus du hast da jetzt gebetet hab ich nur gesagt spät was für euch?

00:25:08: könnt ihr euch da einstimmen oder können zuhören?

00:25:10: oder macht euch paar eigene Gedanken das waren wir dort auch nicht unwichtig.

00:25:14: und er gesagt Sammar diese Gebete die du da manchmal sprichst sind jetzt mehr so Freestyle oder stehen die wo?

00:25:20: Und da habe ich gesagt, na ja ihr erzählt mir halt Dinge und ich versuche die nochmal Worte zu fassen.

00:25:24: Oder euch vielleicht noch mal den Eindruck zu geben was wir irgendwann vorhatten dass auch das geborgen ist.

00:25:30: Und da hatte ich gesagt Markus holt mich ab.

00:25:32: Das ist irgendwie schon berührend.

00:25:35: Ja es ist toll auch, dass er wahrgenommen hat, dass du seine oder die Worte der Menschen, die um dich herum oder die da zusammen sind, dass Du zugehört hast und dir aufgenommen hast.

00:25:47: Das is ja auch eine Wertschätzung!

00:25:50: Ja, stimmt.

00:25:51: Ich höre aber auch gerne zu, weil ich gar nicht rede hierzu!

00:25:54: Wollte redest du?

00:25:57: Man muss glaube ich in dem Beruf auch viel lernen, zuzuhören.

00:26:00: Stimmt

00:26:01: ja und damals warst Du da auch über Weihnachten.

00:26:03: was war das denn?

00:26:05: Also da war ich über Ostern gewesen.

00:26:07: Das war tatsächlich...ich habe schon mehrere Einsätze jetzt hinter mir.

00:26:10: Das ist bei Ostern glaube ich emotional nicht ganz so ein... So was Bedeutsames, wie wenn die mit Soldaten über Weihnachten.

00:26:17: Das ist

00:26:18: schon noch mal sehr viel emotionaler.

00:26:20: Ja merkwürdig!

00:26:22: Ich habe mir irgendwie gemerkt Ostern ist eigentlich das höchste.

00:26:25: Tatsächlich

00:26:25: ja.

00:26:26: Es ist ein Feste.

00:26:28: Aber für die Menschen an sich ne?

00:26:29: Mit zur Familie und so ist dann Weihnachten doch ein bisschen emotionaler...

00:26:33: Aber vielleicht wenn ich eins ergänzen kann, was ja auch im Libanort für mich so berührend war Also da habe ich mir einen Bart wachsen lassen, wollte ich schon immer machen.

00:26:43: Ich dachte du

00:26:44: hast immer einen Bart!

00:26:45: Nein

00:26:45: nein das ist jetzt quasi immer abgetätet.

00:26:47: und dann gab es ein Friseur den Kodor also Georg und er hat quasi den Soldaten für fünf Dollar immer die Haare geschnitten in den Bart.

00:26:56: und der hat mich deshalb so fasziniert weil das so...also da war wirklich diese ganze Straße was zerstört dass Kraft war zerstörd Und er war immer mit einem freudigen Lächeln und hat sich immer mit uns unterhalten.

00:27:07: Wir auch natürlich mit ihm, und da habe ich gedacht eine Ostern-Hoffnung.

00:27:12: Hoffnung wieder alle Hoffnungslosigkeit!

00:27:15: Manchmal denke ich mir bei uns sind die Leute manchmal auf so einem... Denken wir immer, es muss doch Hoffnung geben?

00:27:21: Nicht immer so aufzustecken, also da fand ich das ganz fasziniert, dass da ganz viel Hoffnung bei vielen Menschen war.

00:27:28: Obwohl sie wirklich Also auch ein ganz schrecklichen Alltag, aus meiner Perspektive erlebt haben.

00:27:34: Das ist erstaunlich!

00:27:36: Wer weiß?

00:27:36: Ich bewunder das auch.

00:27:38: vielleicht haben die einen anderen Fokus auf die Dinge.

00:27:41: Jetzt sind die mit sehr kleinen Dingen sehr zufrieden.

00:27:44: aber gerade in so einer Zeit wie im Libanon oder bei anderen Einsätzen ähnlicher Art du feierst ja auch richtig Gottesdienst mit den Soldatinnen und und Soldaten.

00:27:55: Wie geht das in so einem Camp?

00:27:58: Oder wie hast du es vorhin genannt?

00:28:00: Genau, im Militärcamp oder Camp.

00:28:03: Also ich glaube so ein Gottesdienst ist einfach dadurch geprägt dass du zunächst mal eine Inspiration durch den Alltag aufnimmst.

00:28:10: also ihr müsst euch überlegen da ist ja Montag bis Sonntag immer Alltag Du machst ja immer das Gleiche, es geht nicht so wie bei uns.

00:28:16: Du machst den Tür zu und dann fährst du irgendwie nach Hause.

00:28:20: oder wie der Soldat vielleicht hier normalerweise, der dann pendelt freitags nachhause und sondach wieder in die Kaserne sondern ist alles Alltag!

00:28:27: Und dann sticht plötzlich der Gottesdienst hervor und er sagt dir okay heute ist doch noch ein vielleicht besonderer Tag.

00:28:33: also ich glaube das ist erstmal eine Qualität die man manchmal gar nicht so erspürt.

00:28:38: Und dann kommen auch tatsächlich dreißig bis vierzig Prozent der Soldaten einfach zum Gotstens.

00:28:42: Weil es für die was anderes ist, nochmal andere Impulse und ich habe mich immer so ein bisschen inspirieren lassen von den biblischen Texten in der katholischen Kirche.

00:28:50: Die sind für jeden Sonntag festgelegt und das heißt da hast du schon mal eine gute Inspiration.

00:28:54: Dann war ja immer so etwas die Frage, was könnte es jetzt für uns heißen?

00:28:57: Für unseren Alltag oder unser Zusammensein?

00:28:59: Was bewegt uns?

00:29:00: Ich finde immer ganz wichtig sind sogenannte Führbitten also dass du das Situationsgebet fast ganz wichtig ist, auch immer für die Familien zu Hause zu beten.

00:29:09: Und dann auch den Raum zu lassen der Soldat oder die Soldatin es ist ja auch immer so ein bisschen ausgezeichnet mit einer gewissen Härte.

00:29:17: also gerade Fallschirmjäger sind ja immer Art.

00:29:20: und wenn du dann den Raum nicht und wo du mal eine Trainer verdrücken kannst und es ist in einem selbst based geschützten Raum dann glaube ich es ist ganz wichtig an Zuhause zu denken, an Söhne und Töchter zu denken.

00:29:35: An die Familie zu denken aber auch natürlich an die Menschen, die in dem Land leben.

00:29:39: Und da irgendwie auch Zukunft gestalten sollen müssen.

00:29:43: Aber du hast ja auch mal irgendwann im Interview gesagt dass du prinzipiell überall Gottes Abweichen

00:29:48: kannst.

00:29:49: Weil was hast Du immer dabei?

00:29:52: Die Bibel, Kreuz... Genau eine

00:29:53: Kerze!

00:29:55: Und machst du das auch gelegentlich einfach so spontan, ne?

00:29:58: Also du hast einen Ausflug mit den Soldaten und dann sagst du, guck mal ist es jetzt gerade so schön, so eine schöne Stimmung.

00:30:03: Wir halten jetzt mal einen kurzen Gottesdienst ab.

00:30:05: Also ich würde ... Das Wort Gottesdienste verwende ich dann meistens gar nicht, sondern ich bin da sehr strategisch.

00:30:10: Ich sage immer, kommen wir mal in meine Feldandacht!

00:30:12: Oder wenn ihr in der Feldandarschau ist, na es ist militärisch wieder ganz anders, ja, dann setzt ihr dich... Und du brauchst ja keine Kathetrale für ein Feld.

00:30:19: Du setz dich einfach mal zusammen, was weiß ich auf einem Truppenübungsplatz, setze sich mal ins Gras drei, vier Gedanken.

00:30:26: Und heute über das Handy hast du ja immer auch deine Texte dabei und dann versuche ich halt das was ich lese oder was da vielleicht auch geschichtlich überliefert ist, religiös überliefert ist irgendwie ins Heute zu übersetzen.

00:30:40: Und ich finde Gottesdienst für mich eigentlich nicht nur der Moment wo ich in eine Kirche gehe oder Gottesdienstefeier sondern eigentlich ist ja das ganze Leben entfaltet dessen was also religiöse Sicht Gott in einen Menschen hineingelegt hat.

00:30:55: Also würde ich sagen, es ist das ganze Leben Gottesdienst.

00:30:57: Mit all dem Facetten mit den Hoch und Tiefs, mit den Schwierigkeiten zu verzeihen oder auf den anderen wieder zuzugehen und mit dem Schönen was man erlebt – und ich glaube so meine Perspektive.

00:31:07: Ja, das ist schön!

00:31:08: Das Leben der Gottesdienste.

00:31:10: Aber ich wollte noch fragen, die Kerze.

00:31:12: Warum die Kerse?

00:31:13: Was bedeutet sie ganz genau?

00:31:15: Das ist ja vielleicht auch gar nicht so einfach, die da im Wind oder was dann auch anzuzünden und...

00:31:22: Gut, ich sage im Zweifelsfall das Licht deckt dem doch, wenn die Kerzer ausgeht!

00:31:26: Ja, vielleicht ... naja gut, es ist halt ... das lernt man als Pädagoge dann so die gestaltete Mitte.

00:31:31: Die Kerze irgendwie, die vielleicht auch so ein Verweis aus Göttlicher hat.

00:31:35: Ich hatte ihm lieber einen.

00:31:37: eine Freundin gebeten, ob sie mir eine Kerze macht mit dem UN-Emblem.

00:31:43: Und diese Kerze hatte ich zwei mitgenommen.

00:31:45: Einer auf die Fregatte, die ich betreut habe und einer in den Landeinsatz.

00:31:50: Also auch da hat man dann mit der Friedenstaube drauf noch mal sehr groß... Das ist vielleicht so ein Access war was du nicht immer hast.

00:31:56: Auf einem Schiff wurde ich gleich belehrt, aus der Feuer geht ihr gar nicht vor.

00:32:00: Alles klar!

00:32:00: Aber ne Kerze ging

00:32:01: noch!

00:32:04: Brauchen wir nur ein paar Planken und dann geht das schon mit.

00:32:06: Ja, genau!

00:32:07: Auf dem Schiff ist es nicht so gern gesehen Feuer.

00:32:11: Ich verstehe.

00:32:13: Und wenn du dann zurückkommst aus einem Einsatz hast du auch mal für dich die Möglichkeit zu reflektieren?

00:32:21: Wie kommst Du wieder zu dir als Markus?

00:32:25: Tatsächlich war das nach einem Lieber noch einen echten Prozess.

00:32:28: also bin am fünften in August zwanzig-zwanzig wieder gelandet Und da war ja auch schon ganz viele, jetzt bin ich halt auf den sozialen Medien unterwegs und so weiter.

00:32:37: Dieses alles ist schrecklich und furchtbar.

00:32:39: Und du kommst in Frankfurt und denkst okay, sie haben gerade alles ganz schrecklig, ganz furchтbar... Das sieht aus wie ein... ...und dann kommt die Leute im Gesicht.

00:32:44: Ja genau, das sieht irgendwie aus wie immer!

00:32:46: Das hat mir echt zu schaffen gemacht.

00:32:48: Vielleicht... Ich versuch's sehr auch aus der Dankbarkeit zu leben und auch die Herausforderungen, die sich mir stellen, auf dieser Ebene irgendwie anzugehen Dann wieder so anzukommen, du lebst ja auch in einer ganz engen Kameradschaft.

00:33:04: Ihr müsst euch immer überlegen das waren jetzt dreiundfünfzig Soldaten an Land und hundertfünfzig auf der Fregata Spätestens nach vierzehn Tagen drei Wochen.

00:33:13: Du

00:33:13: kennt man so

00:33:15: Ja und du hast da nicht viel Privatraum sagt ihr?

00:33:17: Ich hatte noch eine Einzelstube zumindest an Land aber auf dem Schiff hatte ich schon wieder ne Doppelkammer immer mit einem Soldaten.

00:33:25: also hast gar nicht so dieses Und du bist total vertraut die kennen alles.

00:33:29: Also du bist sehr Transparent.

00:33:32: Und das macht natürlich auch eine Verbindung mit den Menschen.

00:33:34: nochmal, da kommst du wieder zu Hause und denkst oh krass!

00:33:37: Da ist auch der soldatische Alltag wieder anders in so einer Kasane.

00:33:40: Ja, das war nicht so leicht.

00:33:42: Ich hab dann selbst... Wir machen dann auch zurückkehrer Tage.

00:33:45: Das machen die Soldaten auch also ein paar Tage, die aus dem Dienstplan rausgeschnitten werden wo sich das sogenannte Einsatzkondigenter noch mal trifft.

00:33:54: und mein großer Wunsch war nicht nur.. Die gibt es einmal für Fahrer, die im Einsatz waren als eigene Gruppe, aber ich wollte unbedingt mal meinen Soldaten das machen.

00:34:03: Und es war super geil!

00:34:05: Es war irgendwie schön, nochmal sich zu treffen und die Geschichten zu erzählen.

00:34:09: Das war so nach vier fünf Wochen und dann auch allmählich loslassen zu können.

00:34:12: Aber es ist ein allmächlicher Loslassprozess.

00:34:15: Gibt es da Möglichkeiten?

00:34:18: Methoden, die gut helfen oder ist das bei jedem anders?

00:34:21: wie ist es bei dir also... Meditierst du, reflektierst.

00:34:25: Du betest du oder machst was ganz anderes?

00:34:28: Sport!

00:34:29: Sport mache ich ganz viel seitdem ich bei der Bundeswehr bin.

00:34:32: Ich glaube das ist echt sehr hilfreich muss man sagen um mal so eine Resilienz aufzubauen.

00:34:36: natürlich bete ich als Fahrer bin ich ja gerufen irgendwie immer auch die Welt ins Gebet zu bringen dass es tatsächlich auch eine gute Möglichkeit...ich gehe gerne in Gottesdienst auch hier zumindest Mainz bin und in zwei Brücken lebe ich mit Ordenschwestern.

00:34:50: Also Tür an Tür würde ich sagen, die haben jeden Abend Gottesdienst und dann bin ich jeden Abend dort.

00:34:54: Und die fragen dann auch immer wie geht es ihnen in der Pfarrer?

00:34:57: was war denn so?

00:34:58: Ja das berührt mich dann auch dass viele sich interessieren und ich gehe auch viel spazieren nach Dienst ja um da auch den Kopfnummer frei zu bekommen und genießt das auch wenn du... in so Rückkehrer-Tagen ein bisschen geführt wirst.

00:35:13: Du wirst dann so bisschen geführten, aber wie war das am Anfang?

00:35:15: Welche Gedanken hattest du?

00:35:16: Wie bist du in den Einsatz reingegangen?

00:35:19: Was waren wichtige Erfahrungen die du gerne festhalten möchtest und was waren aber auch Erfahrungen, die du loslassen möchteste?

00:35:25: Und man gibt es halt so wie in der Jugendarbeit oder auch im Erwachsenenarbeitsmethoden, die dir dann gut verwenden kannst um vielleicht so geholfen zu bekommen Dinge loszulassen, aber auch Dinge festzuhalten.

00:35:35: Das hört sich gut an!

00:35:37: Es hört sich so anders gehen da auch jeder gut raus war.

00:35:41: Man hört ja oft, dass Soldaten oder Soldatinnen mit posttraumatischen...

00:35:48: Also jeder gut heraus, das wäre ich jetzt zögern.

00:35:52: Das kommt ein bisschen auf den Typ-Mensch an.

00:35:54: Ich glaube die Bundeswehr hat einen guten Rahmen um ihren Soldaten ganz viel anzubieten aber nutzen muss es natürlich der Soldat selbst.

00:36:07: Das ist die Tücke manchmal und wir kommen ja auch in Situationen, also Fahrer auch und genauso wie der Soldaat denkt mal an die Katastrophe im Ahrtal da haben Soldaten Tote geborgen, die da nicht drauf geschult waren und am Anfang war das eine Katastrofe oder ich meine nur die Situation Ich glaube nicht so gut begleitet und auch da blieben Dinge zurück, wo Soldaten den Ort suchen und darüber sprechen müssen.

00:36:38: Und ich glaube das ist halt super.

00:36:39: im Freundeskreis oder wenn ihr vielleicht auch die Hörerinnen und Hörern Leute kennen und sagen gibt es ja nicht vor Ort Leute mit denen du sprechen kannst.

00:36:48: also das gilt dir für uns alle.

00:36:50: ja dass wir immer wieder geöffnet werden mit dem Team die uns belasten beschäftigen auch Kontakt zu suchen zu anderen.

00:36:56: Nichts wie für uns zumal Nessian und ich glaube Männer haben manchmal im speziellen Die Tückel, die Dinge für sich zu behalten.

00:37:04: Und deshalb ist auch der Gedanke für den Fahrer oder die ich mir auch anziehe wenn sie in den Einsatz fliegen dann gehe ich natürlich nicht ins Krisengebiet da kann ich denen nicht helfen.

00:37:14: aber ich bin dort an der Bereitstellung Base wo die hingehen und wieder zurückkommen Damit sie vielleicht ein vertrautes Gesicht sehen.

00:37:23: und wenn ich frage, ist das was anderes wie wenn irgendjemand fragt.

00:37:27: Wenn der Truppensychologe die Truppensychologin gut da drin ist dann ist es keine Hürde.

00:37:33: aber

00:37:33: diese Hilfen brauchst du dann glaube ich

00:37:35: auch?

00:37:35: Ja das kann ich mir gut vorstellen.

00:37:37: natürlich hast du recht wenn du sagst Natürlich ist jeder Einzelner für verantwortlich inwieweit er sich öffnet inwieweit Erhilfe auch annehmen kann und auch bereit ist, ja durch einen Impuls vielleicht mal anders zu denken.

00:37:53: Und was anderes auszuprobieren?

00:37:56: Das ist sicherlich schwierig, also je nach Charakter weiß jetzt nicht genau ob das Männer-Frauen spezifisch ist aber

00:38:05: ja

00:38:06: vielleicht kommt es auch durch die Prägung.

00:38:09: Ich hoffe es freut mich nicht mehr so, aber die mussten immer die starken

00:38:12: sein.

00:38:13: Ja

00:38:13: ja ich glaube das war falsche mega natürlich ein Bild dem du noch nacheifest dann hab ich schon.

00:38:18: Da müssen ja selbst Frauen oft sehr stark sein.

00:38:22: also wenn du überlegst wenn ich immer in so eine Kompanie reingucke, hundertfünfzig oder dreißig Soldaten und denkst okay da hast ne Frau und da ist ne zweite.

00:38:31: Ich war jetzt im Sommer auf so einem Springerlehrgang, hab Soldaten begleitet weil sie diese erste Erfahrung zum ersten Mal aus dem Flieger zu springen.

00:38:37: Und da kam eine junge Frau Leutnant auf mich zu und mit ihr war ich zum Gespräch seitdem die Winserfahrer... ...ich habe mich bisher durchgebissen!

00:38:44: Und jetzt den Sprung, dann werd' ich mit keiner Wimper zucken!

00:38:48: Also ich hab mich auch gefreut für Sie, ja?

00:38:50: Aber manche hat eigentlich, da wird's schon viel gefordert oder so diesen Bilder nachgeeifert, dann auch mal die nicht mehr richtig sind.

00:38:57: Auch das darf sich verändern.

00:38:59: Genau, ja!

00:39:00: Ja jetzt hatten wir es viel von Hilfe und du bist ja eigentlich schon so derjenige der dann hilft und helfen möchte.

00:39:06: hast Du denn mal einen Moment gehabt wo du dich selbst total hilflos gefühlt hast?

00:39:13: Also gibt immer mal Momente wo ich mich auch hilflose oder sprachlos und unmächtig fühle.

00:39:17: letztes Jahr als ich aus dem Libanon zurückgekommen bin ist die Mutter meines Patenkindes tödlich verunglückt, fünfzig Jahre.

00:39:30: Der Ehemann ist gut mit mir befreundet, seit meiner Zeit in Mainz-Gonsenheim.

00:39:35: Und da rief er noch in der Nacht an, dass seine Frau in der Klinik ist und ich habe es überhaupt nicht realisiert.

00:39:41: Und dann hatte ich gesagt, kannst du kommen am nächsten Morgen?

00:39:44: Ich will den Kindern sagen, obwohl ich ja professionell bin ... vertraut bin, auch mit vielen Grenzsituationen.

00:39:52: Wenn du da selbst betroffen bist... Wenn

00:39:53: es persönlich wird?

00:39:54: Das ist richtig krass!

00:39:56: Und dann wollte ich dann immer so gehen und denke, oh ja Frank, geh jetzt mal wieder.

00:40:00: Nicht jetzt kommt der Polizist, kommt die Polizei, kannst du da bleiben.

00:40:03: Also welche Bedeutung das auch hat dass du da bleibst gerade als Freund.

00:40:09: Aber das geht schon.

00:40:10: und jetzt habe ich einen Fahrer grade vor wenigen Wochen begleitet,... ...der ist mir dreiundsechzig an der Krebsdiagnose verstorben und ich kam dann in die Situation rein, wo klar war er will nichts mehr machen lassen.

00:40:24: Und da gab es auch nicht... Da kam ein anderer mit Bruder so heißt ja in der Szene dann gesagt was ist gut?

00:40:30: Gute Besserung!

00:40:31: Dann hat er irgendwie vom Bett aus so abgewunken und er hat sich eigentlich danach gesehen offen zu reden.

00:40:40: und trotzdem hast du das Gefühl jetzt mal ich bei einmal die Woche dort wenige Wochen nur vier Wochen Und immer wenn du die Klinge in die Hand nimmst, hast du immer gesagt, das denke ich auch oft bei den Soldaten.

00:40:51: Hoffentlich kann ich das tragen sind meine Schultern breit genug.

00:40:55: Das ist nicht nur eine Routine und da brauchst du auch wirklich das Bewusstsein dass sich irgendjemand nochmal auffängt.

00:41:01: im religiösen aber auch im freundschaftlichen Sinn

00:41:04: Ja das glaube ich, dass das hart ist ja Aber jetzt wollen wir doch noch mal sprechen.

00:41:12: Also ich hab gedacht, als du gesagt hast, dann kommt man so zurück.

00:41:15: Man hat Unglaubliches gesehen bei so einem Einsatz also was Menschen an tun und was da passiert.

00:41:22: Du bist dort um ein bisschen zu puffern, um zu beobachten dass das nicht völlig aus dem Ruder läuft Und du kommst danach hier nach Großzimmern zurück und erlebst wie sich die Leute aufregen weil da jetzt zwei Bäume mehr auf der Hauptstraße gepflanzt sind und da baut ruhig Parkplätze wegfallen.

00:41:40: Würdest du da gerne mal sagen hier...

00:41:45: Also ich finde dort wo ich das kann, sage ich es auch.

00:41:48: Manchmal denke ich man hat doch eigentlich nur ein Leben und das einzusetzen ist wirklich eine Perspektive für das was wichtig ist.

00:41:56: Und es gibt ja viele Dinge Gründe und es gibt noch Abwägungs-Dinge.

00:41:59: und da mal hinzuhören auf die einen oder andere Seite Das ist ja jetzt in der Kirche verändert sich gerade auch ganz viel.

00:42:06: Die Verein werden zusammengelegt und so.

00:42:08: Da ist auch viel Enttäuschung.

00:42:09: natürlich Geht ja auch mir selbst biografisch so, dass man denkt alles ändert sich.

00:42:14: Ich habe das gar nicht mehr in der Hand wie es vielleicht früher ich vermeintlich in der hand hatte und dann mal einen gang zurückzuschalten und sagen was ist mir eigentlich wichtig?

00:42:23: Genau sollte man öfter Mal ein bisschen relativieren zu seine Alltagsaufreger

00:42:31: Und sich auf die schönen Dinge fokussieren.

00:42:35: Was ich auch spannend finde Ist das du immer noch Kerbosch bist bei deinem Jahrgang.

00:42:39: Das

00:42:40: ist jetzt mal nochmal ein spannendes Thema finde ich, kleiner Exkurs!

00:42:44: Bist du dann Markus oder bist du auch der Fahrer?

00:42:47: Also natürlich bin ich da in meinem kerboschen Jahrgang glaube ich der Markus.

00:42:52: aber natürlich wenn Du durchs Ort läufst und Du bist ja mit ganz vielen Familiengeschichten oder Lebensgeschichten irgendwie vertraut und wenn halt was weiß ich mal so ein Bier geflossen ist kommt einer einmal zur Seite spielt sich mal ran und erzählt mal was, was er vielleicht jetzt ... das weiß ich nicht.

00:43:08: Vielleicht nicht jedem erzählen würde?

00:43:10: Das ist aber die Rolle!

00:43:11: Ich kann es ja nicht trennen.

00:43:12: Ich kann hier nicht einfach sagen okay da bin ich Pfarrer und da bin der Markus.

00:43:16: Ich glaube schon lege auch Wert darauf dass ich zu Hause der Markus bin und da nicht in einem dienstlichen Kontext unterwegs bin.

00:43:23: Und trotzdem ist glaub ich immer noch so eine Sehnsucht oder eine Vertrautei da, die vielleicht auch andere Gespräche möglich macht.

00:43:30: Aber das ist dir schon wichtig Das hier auch mit deinem Jahrgang zu feiern, dann einmal im Jahr.

00:43:36: Ich glaube wer an die Grenzen des Lebens gerät und der Umständen, der freut sich auch das Leben richtig zu feieren.

00:43:42: Das gilt für die Cap wie die Fasnate ja?

00:43:44: Das sind so wichtige Punkte!

00:43:46: Und ich glaub das ist auch schön...und das sollte man auch auskosten.

00:43:50: Genau!

00:43:51: Ich glaube auch dass sein Jahrgang und überhaupt auch wir freuen uns also dich diese am Cap umzug gesehen haben und es ist dann schön, dass jemand wie du auch viele andere Zimner vielleicht, die jetzt woanders leben.

00:44:05: Zur Kerbdrückkehren und...

00:44:07: Na ja es hat Heimat.

00:44:09: Und ich finde

00:44:10: wenn du oft unterwegs bist, vielleicht tut mir Heimat auch nochmal neu definieren irgendwie.

00:44:16: Heimat ist nicht unbedingt nur dort örtlich sondern auch wo Menschen sind mit denen dich mit Beziehung stehen.

00:44:22: Und das ist mir irgendwie wichtig.

00:44:24: also hier komme ich her.

00:44:25: gut Ich bin tragischerweise leider in Diversch im Raus geboren dass natürlich für meine Familie Gut, so ist es halt.

00:44:31: Kann ich jetzt nichts mehr dran ändern?

00:44:33: Aber auch Migrationshintergrund wenn man so will!

00:44:37: Ja, sehr schön.

00:44:39: So kann das anders sein.

00:44:40: Vor zwei Wochen war die Julika Schöbel da und hat sehr stolz erzählt, dass sie im Rochos geboren ist.

00:44:45: Es ist ja auch die Bürgerin und in der St-Rochos-Kapelle getauft.

00:44:50: Ich war die einzige Taufer, meine Brüder sind elfundfünfzehn Jahre älter.

00:44:54: Da war meine Mama noch nicht mal bei der Taufel mit dabei, weil es eben ganz schnell quasi ... Und dann gibt's diese rührende Geschichte wo die immer erzählen, dann hat meine Mutter vorher vor dem Entbinden den Kuchen gebacken Dann sind die ganzen Verwandtschaften, ist dann die Kirschgegangskind getauft.

00:45:10: Und dann hat meine Mutter aus dem Bett gesagt, ich hätt gern ein Stück von dem Kuchen, er tut mir leid, der ist schon gegessen worden!

00:45:15: Also ich war tatsächlich da einzige Sohn wo die Mama auch mitfeiern konnte, weil da ein bisschen zeitlicher Abstand war.

00:45:22: Sehr schön

00:45:23: und so in zwei Brücken.

00:45:25: bist du da auch so ein bisschen örtlich unterwegs?

00:45:28: Bekommst du da außerhalb der Kaserne was mit?

00:45:32: und meine Frage zielt darauf ab Hast du da ein neues Mundatwort gelernt?

00:45:38: Ach so!

00:45:38: Mein Brückermundatwort.

00:45:40: Nee, tatsächlich nicht so.

00:45:42: Also ich gehe jeden Abend... also tatsächlich mache ich da wenig weil ich meistens am Wochenende eher in Mainz bin.

00:45:47: Da ist so meine Base sag' ich jetzt mal sehr salopp aber was ich wirklich cool finde im EDK, da geh nämlich um neunzehn Uhr geh ich immer in den EDK und kauf mir nur das was ich an dem Abend brauche fürs Abendessen und dann treffe ich natürlich mal eine Zielgruppe.

00:46:00: Dann kommen nämlich alle Soldaten irgendwie hin, weil das offensichtlich so der einzige Meeting-Pointer in der Stadt ist.

00:46:04: Der EDK in Anführungszeichen.

00:46:06: Da klappen nämlich die Bürgersteige schon um acht zu nur dreißig da hoch.

00:46:09: Da ist nichts mehr, kriegst du nicht mal mehr ein Eis auf die Hand?

00:46:11: Das ist schon bitter!

00:46:12: Und dann sagen sie dann immer, Schöner Dach!

00:46:18: So sich Saarländer, das ist ja ein bisschen an der Grenze.

00:46:20: Das ist irgendwie ganz witzig.

00:46:21: Aber zwei Brücken gehört noch zu Rheinland-Pfalz.

00:46:23: Nicht dass wir uns hier falsch verstehen.

00:46:25: Nein, da gibt es keine Missverständnis.

00:46:28: und dann Lieblingsmunder... Wort von Zimmern.

00:46:30: Mein Lieblingsmünder hat eine gute Serie mehr dieser Test mit Oberrohr und so weiter, aber da kamen

00:46:36: schon ganz andere spannende Sachen raus.

00:46:39: Was hat

00:46:40: Julika

00:46:41: gesagt?

00:46:42: Mollfatt?

00:46:43: Das kannte ich gar nicht.

00:46:49: Mollproff.

00:46:50: Eider ist so wie ein Moll-Proff, das ist eugewickelt oder so warm geborgen, sag ich jetzt mal.

00:46:58: Und

00:47:00: Melphat?

00:47:00: Die hat gesagt es

00:47:01: wäre ein

00:47:02: Maulwurf.

00:47:04: Aber ich kannte das überhaupt

00:47:05: nicht!

00:47:05: Das fühlste sich ja auch tatsächlich.

00:47:07: Wir begegnen in einem halt so selten hier unten unterwegs.

00:47:11: Also hast du jetzt kein spezielles Wort?

00:47:13: Ich weiß nur dass ich als Kind mal überlegt habe Wie heißt dann jetzt eigentlich Wäschmonne?

00:47:17: Und ich habe gesagt, die Wäschemonne.

00:47:19: Wie heißen das Wäsekabel?

00:47:21: Ich bin nicht draufgekommen.

00:47:22: Weil die Wæschmonner.

00:47:24: Ja auch schön.

00:47:26: Ach wie schön!

00:47:27: Wie schön es war mit dir zu sprechen.

00:47:30: Wir haben jetzt auch schon ordentlich Zeit und wir haben noch ein kleines Geschenk

00:47:33: für uns.

00:47:33: Was?

00:47:33: Das ist eine große

00:47:35: Art, das gibt Geschenke!

00:47:36: Ja, es ist nur ein Kleines Andenken an heute Abend

00:47:41: Ein kleines Gärsbrenzwasser.

00:47:43: Ein kleine Gär-Sprenzwasser.

00:47:44: Das ist ja

00:47:44: top, vielen Dank!

00:47:45: Ist wirklich original aus dem Geilsloch von Mie gefischt.

00:47:48: Ah,

00:47:48: das ist ja Top.

00:47:50: Das stelle ich mir natürlich an eine besondere Stelle her.

00:47:52: Und natürlich für den Podcast werde ich auch Werbung jetzt machen, ja?

00:47:55: Sehr gerne!

00:47:56: Wir haben Instagram-Kanäle, wir haben Zwei und Zwarle gemacht.

00:47:59: Ein großer Fan von dir ist übrigens der Benjamin Stumpf.

00:48:02: Den habe ich an Kepp gesehen.

00:48:04: Er hat zu mir gesagt, lad doch mal den Markus ein... ...und dann musste ihm eine Anekdote erzählen von KJG, ich glaube aus irgendeinem Zeltlager.

00:48:13: Aber ich weiß es nicht mehr!

00:48:16: Die Anlektote vergesst hab die anlektate Vergessung.

00:48:18: Ja, da bin ich ja.

00:48:19: Es war so witzig, weil er gesagt hat, und dann musst du das sagen?

00:48:21: Und er erinnert sich bestimmt dran... Also Benni wenn du das jetzt hörst, ist tut mir leid, ich habe's vergessen.

00:48:25: Genau, die Geschichte können wir jetzt leider nicht direkt nochmal anbieten aber ich glaub wir haben so viele Geschichten irgendwie.

00:48:30: Aber das war schon der wichtige Präge und die Zeit bei der KJD auch die Verantwortung für Kundenkinder im Zeltlage.

00:48:36: Der Benni ist halt auch immer jemand, der wohnt ja auch nicht mehr hier Podcast an, weil es für ihn dann auch immer ein Stück Kindheit macht.

00:48:44: Genau!

00:48:46: Vielen Dank

00:48:47: Markus, dass du hier warst.

00:48:48: Ja gerne, hat mich riesig gefreut bei sein zu dürfen.

00:48:50: Ja

00:48:50: vielen dank.

00:48:51: also der Dank und die Ehre ist ganz bei uns und wir sagen gute bis zum nächsten Mal.

00:48:57: Gute, mach's gut ja.

00:48:58: grüße an die ganze Team der Bagger Arschkölln.

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